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21.08.03: Die Versorgung ist gefährdet ~ Teil 1

Die Versorgung ist gefährdet ~ Teil 1

Physiotherapie wird ausgegrenzt!
Luxus für Besserverdiener?


Physiotherapie können sich gesetzlich versicherte Patienten bald kaum noch leisten – selbst wenn sie medizinisch notwendig ist. So sieht es z.Z. der Arbeitsentwurf für das neue Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) vor.

Will die Politik den Versicherten damit ihren gesetzlichen Anspruch auf medizinische Versorgung nehmen?
"Auf keinen Fall darf dies gesetzlich verankert werden", sagt Michael Preibsch vom Physiotherapeutenverband in Baden-Württemberg.
"Denn die medizinisch notwendige Versorgung wäre dadurch ernsthaft gefährdet", fürchtet er.

Insbesondere drei Neuregelungen des neuen Gesetzentwurfs würden die Physiotherapie aus den Kassenleistungen fast komplett ausgrenzen. Patienten müssten dann selbst unangemessen tief in die eigene Tasche greifen.

1. Zuzahlungen: Patienten zahlen zwischen 35 und 100 Prozent selbst (statt jetzt 15 Prozent)
Patienten sollen pro Behandlungstermin künftig mindestens 5 Euro selbst zuzahlen - bei Kombinationsverordnung (z. Bsp.: "KG und Heiße Rolle") sogar 10 oder 15 Euro.
Das sind konkret zwischen 35 und 100 Prozent der Behandlungskosten!
Wer kann sich das noch leisten?

2. Einzelverträge: Noch mehr Eigenanteil für Patienten
Auf Patienten von Physio-Praxen, die keinen Einzelvertrag mit den Krankenkassen abschließen konnten, soll zudem künftig ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen.
Denn die Kassen werden künftig lediglich zur einer Kostenerstattung verpflichtet, die auf der Basis des "billigsten" Einzelvertragsniveaus liegt.
Die Differenz zum Behandlungspreis, der auf der Basis der Rahmenverträge verhandelt wurde, trägt der Patient.
Einzelverträge mit "billigen" Leistungen können voraussichtlich nur große Therapiezentren abschließen, denn für das Gros der Physio-Praxen wäre dies der wirtschaftliche Ruin.

3. Bonus: Ärzte profitieren, wenn sie bei Physiotherapie sparen
Ärzte sollen künftig einen geldwerten Vorteil haben wenn sie keine Krankengymnastik-Rezepte ausstellen.
Dies lässt befürchten, dass Patienten von "sparsamen" Ärzten bald gar keine Physiotherapie mehr verordnet bekommen.

Unverhältnismäßig stark setzt die Politik den Rotstift in einem Bereich an, der bezüglich der Gesamtkosten lediglich 2,3 Prozent ausmacht.
Nur scheinbar "sparen" würde die Politik an der Therapie und Prävention von Krankheitsbildern, die bekanntermaßen Betriebe und Staatskassen belasten: Rückenprobleme und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind nachweislich die häufigsten Ursachen für Krankschreibung und Frührente. Und gerade da hilft Physiotherapie.

"Unterm Strich wird die Gesundheitspolitik mit diesen Regelungen nichts sparen, sie wird draufzahlen", verdeutlicht Michael Preibsch. "Die Neuregelungen machen keinen Sinn, sie müssen ein Irrtum sein", vermutet er.
Der Vertreter der baden-württembergischen Physiotherapeuten appelliert daher an die Politiker, ihre Strategie noch einmal gründlich zu überdenken. Und an die Öffentlichkeit, sich gegen die geplanten Neuerungen zu wehren.

Quelle vom
14.08.2003
ZVK-Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Kontakt Frau Anke Zillessen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0761/292 3133
Telefax: 0761/292 3173
E-Mail: zillessen@physio-verband.de

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